Mit Hoffen und Freude

Philipper 4,4–9

Impuls: Vikar Paul Glüer
Gespräch: Donnerstag, 14. Februar, 19.30 Uhr, Marienbrunn (Lerchenrain 1)

 

Zum Text

Freude! verordnet der Apostel. Freut euch!

Sein Befehl wirkt welt­fremd: Einer­seits kann man sich nicht zur inneren Freude zwingen. Anderer­seits bietet das Leben auf unserer Welt nicht nur An­lass zur Freude. Ja, Paulus Auf­forde­rung ist in der Tat welt­fremd. Doch nicht des­halb, weil er Ge­walt und Un­recht aus­blendet. Oder weil er den Zu­stand dieser Welt idea­lisiert. (Das wäre auch etwas selt­sam für einen Men­schen, der wegen seines Glaubens im Ge­fängnis sitzt.) Viel­mehr speist sich seine Freude aus der Vor­freude: „Der Herr ist nahe!“. Der Apostel rechnet mit Gottes Zu­kunft. Eine Zukunft, in der Gott alle Tränen ab­wischen und diese Welt über­wunden sein wird.

Seine Freude ist also nicht erfolg­reiche Ab­lenkung von allen Grau­samkeiten unserer Welt. Sondern sie speist sich aus dem Ver­trauen, dass Gott auch im Leiden nahe ist: Er hört unser Bit­ten und Flehen und be­wahrt unsere „Herzen und Sinne in Christus Jesus“ (4,7).

Die Freude, die davdurch in Paulus aus­gelöst wird, kann er anderen nicht verordnen ­– weder den Philipper/innen, noch uns. Doch sie kann anstecken.

Zum Weiterdenken

  • Wann hat mein Glaube in mir Freude ausgelöst – und wann vermochte er das nicht?
  • Wo kommt die Freude im Gottesdienst zur Geltung?
  • Ist Paulus Aufforderung nicht zynisch für jene Christ/innen, die an Depression erkrankt sind?
  • Paulus meint: „der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren“. Ist Glaube vor allem Herzenssache, gar kopflos? Wie viel Vernunft braucht und verträgt der Glaube?